Andreas Rath - Bürgermeister der Ortsgemeinde Hillscheid

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Gewächshäuser weichen Gewerbegebiet

Aktuell


Andreas Rath vor den Gewächshäusern der Syngenta (ehemals Fischer), Quelle: RZ, 17.03.2017

Ich bin froh, dass wir selbstbewusst und vorausschauend einen guten Vertrag mit Syngenta beschlossen haben. Wir warten daher die nächsten drei Monate ab und haben dennoch alle Sicherheiten in der Hand. Die Perspektive für unser Gewerbegebiet sieht jedenfalls sehr gut aus!

Gewächshäuser

weichen neuem Gewerbegebiet

Neuanfang Eigentümer Syngenta geht Vertrag zum Rückbau der Hillscheider Betriebsflächen ein

Von unserem Reporter Martin Boldt

Hillscheid. Fast 50 Jahre lang zählte das Unternehmen Pelargonien Fischer aus Hillscheid zu den Weltmarktführern für Geranienstecklinge und Jungpflanzen. Dann wurde es 2007 von dem Schweizer Konzern Syngenta übernommen. Eine Ehe von überschaubarer Dauer, denn bereits 2011 verloren die neuen Besitzer das Interesse am Westerwälder Standort und verlagerten die Produktion in die Niederlande. 110 Arbeitsplätze gingen damals verloren. Geblieben sind allein die riesigen Gewächshäuser: Über eine Fläche von 60 000 Quadratmetern erstrecken sie sich, weit sichtbar am westlichen Rand der Ortsgemeinde. Äußerlich weitestgehend intakt, als wäre nichts passiert.

Aber auch das könnte bald Geschichte sein. Die Ortsgemeinde und der Schweizer Konzern, dem das Grundstück nach wie vor gehört, haben sich jetzt über den weiteren Umgang mit den Liegenschaften geeinigt: „Wenn alles nach Plan verläuft, beginnt der Abriss noch in diesem Jahr“, sagt Ortsbürgermeister Andreas Rath. Angesichts des nach wie vor guten Zustands der Anlagen sei es natürlich schade, dass sich kein neues Gartenbauunternehmen für die Reaktivierung gefunden habe. Von dem nun anvisierten Schlussstrich ist er überzeugt, würden dennoch alle Seiten profitieren.

Um den Winterschlaf auf dem Areal zu beenden, wurde in zähem Ringen und mehreren Verhandlungsrunden ein Bebauungsplan entwickelt. Er umfasst neben der früheren Pflanzenzucht auch die angrenzenden Felder entlang der Straße „Am Scheid“ und sieht vor, die landwirtschaftlichen Nutzflächen künftig als Gewerbegebiet auszuweisen. Syngentas Chancen, das Areal nun zu vermarkten und anschließend in Teilen zu veräußern, steigen dadurch erheblich.

„Gewerbe mit Rund-um-die-Uhr-Betrieb und auch Speditionen, mit denen eine erhöhte Lärmemission einhergehen würde, schließt der Bebauungsplan allerdings aus“, erklärt Rath, der sich vor allem über zusätzliche mittelständische Handels- und Handwerksbetriebe freuen würde. Die ersten Anfragen von ansiedlungswilligen Unternehmen, verrät er, lägen ihm bereits vor. „Vielleicht gibt es ja 2018 schon die ersten neuen Grundstückseigentümer“.

Auch der Rückkauf des Grundstückes durch die Ortsgemeinde habe im Verlauf der Verhandlungen zur Diskussion gestanden, wurde angesichts der zu erwartenden Millionenkosten für den Abbruch und die Entsorgung der alten Gewächshäuser seitens der Kommunalpolitiker aber als nicht wünschenswert zurückgewiesen.

Noch einmal ins Stocken geraten war der Prozess um den nun vorliegenden Erschließungsvertrag im Dezember 2016 aufgrund der Ausgleichsmaßnahmen, zum Beispiel Grünpflanzungen, zu deren Umsetzung Syngenta sich als Kompensation für die geplanten Bodenversiegelungen verpflichten sollte. Weil der Schweizer Konzern es ablehnte, die entstehenden finanziellen Belastungen allein zu tragen, stimmte der Ortsgemeinderat nach Konsultation eines Koblenzer Ingenieursbüros nun zu, 45 000 Euro der geschätzten 126 000 Euro Gesamtkosten zu übernehmen. „Ich denke, hierbei handelt es sich um eine vernünftige Investition für die Ortsgemeinde, da mit zusätzlichen wohnortnahen Arbeitsplätzen gerechnet werden kann“, ist VG-Bürgermeister Thilo Becker überzeugt.

Ganz in trockenen Tüchern ist die Angelegenheit aber noch nicht. Da sich Syngenta aktuell in einem „wichtigen Chinageschäft“ befindet, berichtet Becker, sei das Unternehmen nach eigenem Bekunden in den kommenden drei Monaten an Investitionen gehindert. Mit einer Unterschrift der Gegenseite unter den Erschließungsvertrag rechnet man in Hillscheid also nicht vor Ende des zweiten Quartals. Bis dahin bleibt der Bebauungsplan unveröffentlicht und daher ohne Rechtskraft. Nur zur Sicherheit.

Westerwälder Zeitung vom Samstag, 18. März 2017
 
 

Andreas Rath

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