Andreas Rath - Bürgermeister der Ortsgemeinde Hillscheid

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Interview


Herr Rath, Sie treten am 25. Mai 2014 zur Bürgermeisterwahl an.

Andreas Rath: Ja. Ich möchte gerne als Bürgermeister Verantwortung für meine Heimatgemeinde übernehmen. Seit meiner Geburt lebe ich hier und kenne Hillscheid in- und auswendig. Wichtig finde ich, dass man als Bürgermeister von seiner Heimatgemeinde begeistert ist. Ich mag Hillscheid und seine Menschen!


Mehr Miteinander

Welche Ziele möchten Sie als Bürgermeister erreichen?

Zunächst einmal finde ich, dass sich die Art und Weise des Umgangs miteinander ändern muss. Und zwar sowohl in der Dorfgemeinschaft als auch im Gemeinderat. Ein ständiges und heftiges Gegeneinander der politischen Gruppierungen im Ort darf es nicht mehr geben. Wir müssen alle zum Wohle unserer Heimatgemeinde an einem Strang ziehen. Ich werde auf alle zugehen, die mitarbeiten möchten, und ihnen die Hand zur Zusammenarbeit reichen. Und wenn ich sehe, welche Personen vermutlich zur Wahl stehen, dann glaube ich: Das bekommen wir hin.


Bürgerbeteiligung

Das wäre tatsächlich ein Fortschritt. Welche weiteren Ziele verfolgen Sie?

Mir ist das Zuhören wichtig. Deshalb möchte ich allen Bürgerinnen und Bürgern bei wichtigen Projekten der Ortsgemeinde das Angebot machen, sich durch Befragungen und Ideenwettbewerbe zu beteiligen. Einen ersten Ideenwettbewerb möchte ich für die zukünftige Gestaltung des Kirmesplatzes und des ehemaligen Volksbank-Gebäudes ins Leben rufen.

Also wird sich dort etwas tun?

Dort muss sich etwas tun, damit dieses Gelände wieder schöner wird. Es wird dort aber nicht über die Köpfe von Grundstückseigentümern hinweg entschieden werden. Auch hier soll ein „Miteinander“ das „Gegeneinander“ ablösen.


DSL soll Chefsache werden

Gibt es weitere Ziele?

Das Thema „DSL“ muss Chefsache werden. Ich möchte, dass 2014 mit dem Ausbau der Leitungen für schnelles DSL begonnen wird. Außerdem setze ich mich dafür ein, dass unsere Grundschule im Ort bleibt. Wir haben ein tolles Gebäude mit hervorragendem Personal – das muss für die Kinder erhalten bleiben. Kurz gesagt: Hillscheider Grundschulkinder müssen in Hillscheid zur Schule gehen können.


Die Grundschule erhalten

Sie haben kürzlich von einer „Bildungslandschaft“ gesprochen…

Damit meine ich eine noch engere Verzahnung der beiden Kindergärten mit der Grundschule. Die gemeinsame Nutzung von Räumen, den Entwurf eines zusammenhängenden pädagogischen Konzeptes oder gemeinsames Mittagessen kann ich mir vorstellen. Auch die zeitweise Nutzung eines Lernortes im Wald in Absprache mit dem Förster würde Hillscheider Bildungseinrichtungen gut zu Gesicht stehen.

Der Wald ist für Sie generell ein bedeutendes Thema.

Ich möchte verantwortungsvoll mit unserer Natur umgehen. 73% der Hillscheider Gesamtfläche besteht aus Wald. Dieser beeindruckenden Fläche muss in der Ortspolitik mehr Bedeutung beigemessen werden. Der Wald ist in erster Linie Ruhe- und Erholungsraum für Mensch und Tier, und kein Raum für wirtschaftliche Ausbeutung.


Bau eines Solarparks

Wie stehen Sie zu Windkraftanlagen auf Hillscheider Gebiet?

Grundsätzlich unterstütze ich die Energiewende mit aller Kraft. Windkraft ist meiner Meinung nach aber nicht die geeignete Form der Energiegewinnung auf der Montabaurer Höhe. Dieser Mittelgebirgszug mit hohem Naherholungswert sollte in seiner jetzigen Form belassen werden. Ein von den Verbandsgemeinden Höhr-Grenzhausen, Montabaur und Wirges in Auftrag gegebenes Gutachten hat sogar ergeben, dass durch die Windkraftanlagen unsere Trinkwasserversorgung erheblich gefährdet wäre. Vorstellen kann ich mir allerdings neue Windräder auf Flächen entlang der Autobahn. Hillscheid sollte sich an der Energiewende mit dem Bau eines Solarparks beteiligen. Dieser kann auf einer Brachfläche auf den Dorfwiesen, nahe beim Gewerbegebiet, entstehen.


Neue Arbeitsplätze in Hillscheid

Ist dort denn Platz vorhanden?

Wir werden die ehemaligen Betriebsflächen der Firmen Fischer und Grust als Gewerbegebiet ausweisen. Aber nur unter strenger Berücksichtigung des Schutzes der Umwelt und der Anwohner „Am Scheid“ und „Auf den Dorfwiesen“. Neue Arbeitsplätze für Hillscheid werden dort entstehen. In dem Zusammenhang sprechen wir dann auch über den Solarpark.

Planen Sie größere Bauprojekte?

Ich möchte definitiv keine Projekte durchführen, deren finanzieller Aufwand nicht überschaubar ist. Für mich gilt ohnehin: Statt ständig etwas Neues zu bauen, müssen wir viel eher dafür sorgen, dass die bestehenden Gebäude und Flächen gepflegt und in Ordnung gehalten werden.

Wie ist der aktuelle Stand beim Wohnprojekt für mehrere Generationen?

Die Ausgangslage ist gut: Nach mehreren Ortsterminen und zahlreichen Gesprächen hat sich ein Unternehmer bereit erklärt, das betreffende Grundstück in der Nähe des CAP-Marktes zu erwerben und zu bebauen. Es gibt sogar schon eine Bauzeichnung. Leider konnte noch keine Einigung über den Preis mit den Eigentümern gefunden werden. Ich arbeite aber daran, dass wir zu einer guten Lösung kommen. Und da hoffe ich auch auf die Unterstützung der Bürgergemeinschaft „Mach mit“, die sich bisher schon so hervorragend für die älteren Menschen in unserer Gemeinde einsetzt.


Der CAP-Markt als Lebensmittelpunkt

Der von Ihnen erwähnte CAP-Markt ist sehr wichtig für Hillscheid.

Sogar enorm wichtig. Der CAP-Markt ist nicht nur Garant für die Versorgung mit Lebensmitteln, sondern der Markt ist der Treffpunkt im Ort. Hier kann man wunderbar mit Leuten ins Gespräch kommen. Gerne auch bei Kaffee und Kuchen in der Bäckerei. Ich betrachte den CAP-Markt als Lebensmittelpunkt unseres Ortes. Entsprechend werden wir in Zukunft den Markt und seine Umgebung als Gemeinde fördern.

Hillscheid geht es finanziell sehr gut. Sind Zuschüsse des Landes da noch erforderlich?

Generell bin ich der Auffassung, dass wir nur das Geld ausgeben können, was wir auch eingenommen haben. Die finanzielle Lage des Landes wird in Zukunft weniger Zuschüsse für alle rheinland-pfälzischen Gemeinden zulassen. Damit müssen wir lernen umzugehen. Beim Ausbau der Landesstraße nach Vallendar sind wir aber auf das Geld aus Mainz angewiesen. Deshalb pflege ich auch weiterhin den guten Draht zur Landesregierung.


Ausbau der L 309

Wann wird nun die Straße nach Vallendar fertig ausgebaut?

Die Landesregierung plant für die Jahre ab 2014/15 den Ausbau. Das steht so schwarz auf weiß im Haushalt des Landes. Es gibt aber noch Gerichtsverfahren betroffener Grundstückseigentümer. Erst wenn die Gerichte diese Verfahren beendet haben, liegt Baurecht vor und es kann endlich losgehen.

Herr Rath, haben Sie Vorsätze für das neue Jahr?

Ich möchte die Wahl am 25. Mai gewinnen.

Sonst nichts?

Na selbstverständlich! Wie schon eingangs erwähnt ist es mir ein großes Anliegen, die Dorfgemeinschaft zu festigen. Ganz egal, ob CDU, FWG oder SPD: Wer eine gute Idee hat, dem muss man auch bei der Durchsetzung dieser Idee helfen.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Andreas Rath

Andreas Rath - Ihr Ortsbürgermeister